Januar 03, 2011

Nicole Althaus und Michèle Binswanger werden auf Tele Züri zum Mamablog interviewt. Klicken Sie unten auf «lesen Sie mehr», um sich den Auftritt anzusehen.

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Dezember 18, 2010

Auch wenn die Neunzigerjahre längst vorbei sind, gibt es ab und zu diese «Sex and the City»-Momente. Oder vielleicht eher «Sex and the Province». Oder eben «Desperate Housewives». Ich sass mit Freundinnen zusammen in der Küche und wir sprachen über Sex. «Ich weiss nicht, wie mir das passieren konnte», sagte Freundin A. «Seit ich Mutter geworden bin, hat sich zwischen uns ein Lust-Gefälle aufgetan, das es so vorher nicht gab. Je mehr er mir auf der Pelle rückt, desto mehr ziehe ich mich zurück. Und wenn ich es ab und zu doch versuche, arbeitet er sich auf mir ab, während ich darüber nachdenke, was ich zum Essen kochen werde. Meine erogenste Zone ist im Moment der Abfalleimer – zumindest, wenn er ihn abends runterbringt.»

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Dezember 16, 2010

Michèle Binswanger und Nicole Althaus, Autorinnen des Mamablogs der Online-Plattform Newsnetz, sind zu den Journalistinnen des Jahres gewählt worden. Sie gewannen die Publikumswahl des Branchenblattes «Schweizer Journalist».

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Dezember 14, 2010

Als der Blick vergangene Woche Dominique C. (64), die ältesten Mutter der Schweiz auf die Titelseite brachte, gingen die Emotionen erwartungsgemäss hoch. Reporter interviewten Fortpflanzungsmediziner und Juristen zum Thema, Chefredaktoren schrieben Kommentare und Zeitungsleser deponierten ihre Meinung dazu in Online-Threads und Leserbriefen.

 

Vergangenen Freitag dann erfuhr ich, dass der «Club» des Schweizer Fernsehens sich am kommenden Dienstag ebenfalls dem Thema widmen würde und begann mich zu fragen, warum diese Geschichte auf so breite Resonanz stösst. Natürlich sind solche Meldungen ähnlich aufsehenerregend wie zum Beispiel eine Hai-Attacke in einem Touristen-Tauchgebiet – und gleichzeitig sind es krasse Einzelereignisse, die für das Gros der Bevölkerung völlig irrelevant scheinen.

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Dezember 14, 2010

Rhetorik gilt noch immer als gefährliches Manipulationsinstrument – zu Recht. Die simplen Redetricks, die beispielsweise Hitler anwandte, verfehlen nämlich auch heute ihre Wirkung nicht.

 

Rhetorik ist Macht und als solche kann sie nicht ohne Ethik gedacht werden, das war schon von alters her klar. Die Möglichkeit zum Missbrauch spreche allerdings nicht gegen die Redekunst, meinte Aristoteles, die schliesslich bloss eine Technik und als solche wertneutral sei. Es ist also erst der Einsatz der Rhetorik, ihr Zweck, der die «schwarze» von der «weissen» Rhetorik unterscheidet.

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Dezember 14, 2010

Der Erfolg von Politikern verdankt sich meist der richtigen Rhetorik. Aber was ist gute Rhetorik? Und wer ist der beste Schweizer Redner und Debattierer?

 

Vergangene Woche kreuzten SP-Jungspund Cédric Wermuth und «Weltwoche»-Verleger Köppel auf Tele Züri die Klingen, ein Wortgefecht, aus dem viele Wermuth als rhetorischen Sieger hervorgehen sahen. Bezüglich medialer Aufmerksamkeit war er das mit Sicherheit. Alle redeten über den Chef der Jungsozialisten, und vergangenen Sonntag wurde er mit einem Auftritt bei Viktor Giacobbo geehrt. Aber hat Wermuth tatsächlich den rhetorischen Sieg davongetragen? Hatte er wirklich so viel bessere Argumente als Köppel? Und was heisst eigentlich in diesem Zusammenhang rhetorisch?

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Dezember 14, 2010

Und die Erde dreht sich, und so ist es wieder Herbst geworden, und die Schulen haben geschlossen, und ich sitze mit meinem Mann und meiner Tochter und meinem Sohn im Haus am See, das einst mein Vater gekauft hat. Wir essen gebratene Eier mit Speck und draussen ist es kalt, drinnen warm und der Sohn sagt: Jetzt haben wir aber brutal Ferien.

 

Nun, ganz so brutal ist es nicht, aber auch nicht so, dass wir die Seele baumeln lassen könnten, dafür ist der Wind am See einfach zu stark, auch wenn man die Seele natürlich eher in der Zeit als im Wind baumeln lässt. Die Kinder bauen eine Hütte, wie ich das einst hier getan habe und sammeln Brombeeren. Wir Erwachsenen mähen den Rasen und schneiden die Hecke und denken darüber nach, wie die Ernte ausgefallen ist und wie der Winter werden wird.

 

 

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Dezember 09, 2010

Heute geht es um einen Mann, der irgendwann aus dem bürgerlichen Leben ausstieg, sich Cloud Rock nannte, einen Sohn bekam und ihn auf den Namen Ganja taufte. Für alle, die nie Bob Marley gehört haben: Das bedeutet Marihuana. Oder eigentlich geht es um einen Film über diesen Mann, gedreht von eben diesem Sohn, der sich inzwischen einen neuen Namen gegeben hat, Kaleo LaBelle heisst und in der Schweiz lebt und Filmemacher ist. «Er nannte mich nach dem Stoff, der ihm am meisten bedeutete», sagt Kaleo heute. Der Film über seinen Vater heisst «Beyond this Place» und ist ein Porträt dieses «Hippie-Generals ohne Truppe». Aber nicht nur.

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Dezember 08, 2010

Wie Sie vielleicht bemerkt haben, ist Mittwoch der Tag der Entspannung im Mamablog. Am Mittwoch müssen Erziehung und Politik, Patriarchat und Feminismus Platz machen für leichtere Kost. Im heutigen Fall, sehr leichte Kost. Die dafür aber heiss serviert wird, sehr heiss. Denn wenn es draussen kalt und garstig ist, sollen Mann und Frau sich zu Hause unter die Bettdecke kuscheln, so geht eine im kollektiven Unterbewussten der Lifestylemagazine verankerte Wahrheit.

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Dezember 07, 2010

Es überkam mich am helllichten Tag und ich war überhaupt nicht darauf vorbereitet. Nach einer meiner Aufforderungen, nun endlich ihr Zimmer in Ordnung zu bringen, machte mir die Tochter den Gandhi, schaltete auf passiven Widerstand, lümmelte herum, ging mir aus dem Weg und ignorierte meine Appelle. Also stellte ich sie. Ich holte Luft und verabschiedete mich innerlich schon von meiner sorgfältig gehegten Ruhe, die ich auf dem Altar der Autorität zu opfern gedachte, um etwas rumzubrüllen. Aber ich wurde nicht laut. Stattdessen sagte ich: «Nun gut, du willst dein Zimmer nicht aufräumen? Das werde ich heute Abend deinem Vater sagen.» Und hopp, schon sprang das Töchterchen auf wie ein Popcorn, hüpfte ins Zimmer und kam ihrer Pflicht nach.

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November 11, 2010

Das «Blick»-Girl des Jahres heisst Ruth, ist 38 Jahre alt und hat einen Haufen jüngere Konkurrentinnen ausgestochen. baz.ch/Newsnetz-Autorin Michèle Binswanger weiss warum.

 

Das Volk hat entschieden: Coiffeuse Ruth, 38, ist das «Blick»-Girl des Jahres. Sie setzte sich durch gegen Jacqueline, 25, Sabrina, 20 und Ramona, 20. Wir gratulieren. Und staunen.

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August 12, 2010

Eigentlich wollte ich ja ein Plädoyer für die Langeweile schreiben. Eines, das natürlich möglichst gelesen werden, also nicht langweilig sein sollte, aber ich höre Sie schon: Waaaas? Wir sollen uns hier mit Langeweile herumplagen, wo doch Kinder da draussen ihre Eltern verprügeln, wir also wichtige Themen zu besprechen hätten? Ja, meine lieben Leserinnen und Leser, ab und zu ein bisschen Langeweile kann nicht schaden. Sagt jedenfalls mein Mann. Und damit ist nicht der abgeklärte Ennui derer gemeint, die schon alles gesehen, gelesen, gehört haben. Sondern die gute, alte Langeweile – erinnern Sie sich? Wenn man im Kinderzimmer sitzt und nicht so recht weiss, was kommen wird, was gehen soll, wenn die unmittelbare Zukunft sich vor einem erstreckt wie eine Wüste. In der es niemanden gibt, ausser sich selbst. Ein Gefühl, dessen adäquater körperlicher Ausdruck ein tiefer Seufzer ist.

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August 11, 2010

Im Jahr 2005 bekannte die Schriftstellerin Ayelet Waldman in der «New York Times», dass sie keine gute Mutter ist. Dass es Dinge gebe, die sie mehr liebe als ihre vier Kinder. Zum Bespiel ihren Mann, der zwar kein Ding ist, aber der Punkt war klar. In den Leserbriefspalten und in den Niederungen der Blog-Kommentarstränge der Zeitung wurde Waldman beschimpft und mit Hohn und Spott übergossen. «Gute-Mütter-Terror» nennt Waldman diese Hetzjagd auf die sogenannten bösen Mütter, die nicht nur die Boulevardpresse betreibt, sondern auch die ganz normalen Mütter da draussen. Waldman fragte nach den soziopolitischen Grundlagen dieser modernen Fixierung auf mütterliches Versagen, welche enttäuschenderweise nicht vom bösen Patriarchat, sondern zumeist von Frauen und Müttern selbst ausgeht. Und weil sie ähnliche Mechanismen auch an sich selbst schon beobachtet hatte, setzte sie sich hin, dachte darüber nach und sammelte Material für ein ganzes Buch zusammen, das sie treffend mit «Böse Mütter» betitelte und das nun endlich auch auf Deutsch vorliegt.

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August 05, 2010

Blut ist ein ganz besonderer Saft. Und Geld hat eine ganz besondere Kraft. Und wenn beides sich vermischt, also Paare zu Familien werden, ergibt das eine nicht selten explosive Mischung. Das liebe Geld. Schweizer reden nicht gern darüber. Und Paare schon gar nicht. Einer Studie des Berliner Wirtschaftszentrums für Sozialforschung zufolge reden die sogar lieber über ihre geheimsten Wünsche im Bett als über ihre Finanzen. Nun, das ist leicht nachzuvollziehen.

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August 05, 2010

In der Kommunikation mit seinem Sprössling kann es vorkommen, dass man plötzlich von einem Wurmloch angegähnt wird, sich also mit einer jener überraschenden und unwahrscheinlichen Passagen in der Raum-/Zeitkrümmung konfrontiert wähnt. Vielleicht finden Sie das etwas seltsam, erlebt haben Sie es bestimmt schon. Ich meine zum Beispiel Folgendes: Einst erwischte ich meinen damals ungefähr vierjährigen Sohn dabei, wie er hingebungsvoll an der Salzmühle herumleckte. Ich hielt ihn an, das bitte nicht zu tun, und während er verständig nickte, wandte ich mich wieder den auf dem Herd dampfenden Töpfen zu. Als ich mich das nächste Mal umdrehte, schwebte die Salzmühle wieder vor seinem Gesicht herum, allerdings nur eine klitzekleine Sekunde lang. Dann verschwand sie samt seiner Hand hinter seinem Rücken.

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August 04, 2010

Der Satz ist geschichtsträchtig: «Ich habe abgetrieben» – das bekannten 1971 mehrere Hundert Frauen im deutschen «Stern». Damals war das Bekenntnis politisch, denn Abtreibung war in Deutschland illegal. Mit ihrer Aussage brachen die Frauen ein Tabu und riskierten ihre Reputation. Der «Stern»-Artikel löste denn auch einen Sturm der Empörung aus – vor allem aber kickte er die neue Frauenbewegung an, auf welcher die Frauen dann in eine gleichberechtigtere Zukunft brausten. So weit, so gut.

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August 03, 2010

Erziehung in fünf Lektionen? Das tönt, zugegeben, etwas ambitioniert. Es tönt wie: perfekt Latein in fünf Lektionen. Ich weiss nicht, wie viele hundert Lektionen Latein ich in meiner Jugend durchleiden musste, trotzdem habe ich dieses System nie richtig verstanden. Aber mir geht es ja auch um etwas anderes. Ich habe mich gefragt: Welches sind die entscheidenden Lektionen, die man im Leben lernt und also auch seinen Kindern vermitteln möchte? Jene, denen man immer und immer wieder begegnete, die zu Beginn vielleicht ungeniessbar schmeckten, um ihr Bouquet mit zunehmender Reife zu entfalten, so dass man sie jetzt genüsslich den eigenen Kindern kredenzt? Nun, nach einiger Überlegung habe ich mich für die folgenden entschieden:

 

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August 02, 2010

Gestern berichtete mir mein Chef von einem Beurteilungsgespräch in der Kinderkrippe. Solche Gespräche, sagte er, wirkten in ihrer aufdringlich positiven Tendenz auf ihn wie ein organisiertes Wohlfühlprogramm für Eltern. Als Krippen-Unerfahrene – die Betreuung unserer Kinder organisierten wir in den frühen Jahren privat – war mir gar nicht bekannt, dass bereits in Krippen Beurteilungsgespräche geführt werden.

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Juli 31, 2010

Das erste Problem, das man mit dem zweiten Kind hat, ist der richtige Zeitpunkt. Oder besser, der überhaupt irgendwie mögliche Zeitpunkt. Denn die Frage nach dem zweiten Kind steht oft genau dann an, wenn der grösste Stress mit dem ersten Baby endlich in ein etwas ruhigeres Fahrwasser mündet, die Schattierung der Augenringe sich von schwarz zu zartem Blau aufhellt und sich plötzlich wieder die ferne Erinnerung einstellt, dass man einst ein Leben jenseits von Windeln, Babybrei und nächtlichem Geschrei hatte. Diejenigen Eltern, die sich dann doch dafür entscheiden, sehen sich neun Monate später nicht nur mit den wohlbekannten Problemen, sondern auch einem neuen, ziemlich komplexen familiären Drama konfrontiert.

 

Mir ging es nämlich, wie den meisten Eltern. Bis ich mein zweites Kind zu nächtlicher Stunde zu Hause aus meinem Bauch presste, beschäftigte mich die Frage, ob es möglich sein würde, ein weiteres Kind genau so unbedingt zu lieben, wie das erste und suchte Zuflucht bei der Vorstellung, dass es beim zweiten Kind auch nicht anders sein würde, als beim ersten. Ich lag falsch. Wie falsch, eröffnete sich mir, als ich meinen neu geborenen Sohn dabei beobachtete, wie er gegen jede Wahrscheinlichkeit und mit erstaunlicher Kraft meinen Bauch zu den Brüsten hoch robbte, wo er sein erstes Frühstück einzunehmen gedachte. Das war ganz anders, als beim ersten Baby. Und es war auch ein ganz anderes Baby, was mich ziemlich erstaunte.[mehr]

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Juni 30, 2010

Eigentlich sollte das männliche Geschlecht sich ja im Hoch befinden – Fussballweltmeisterschaft, Bier à gogo, sommerliche Temperaturen und entsprechend leicht gewandete Frauen auf den Strassen. Aber jüngst wurde ich beim Durchblättern eines Magazins mit der erschütternden Tatsache konfrontiert, dass dieser Schein trügt. Es geht dem Mann im Allgemeinen, also dem Mann an sich, nicht gut. Um nicht zu sagen: ganz schlecht.

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Juni 17, 2010

Immer auf der Suche nach Themen, sprach ich jüngst mit einem Freund, der mit folgendem Vorschlag ankam: «Es scheint», sagte er, «unter Frauen so eine Art Yoga-Wahn zu geben. Ich frage mich, ob da so ein kollektives weibliches Un(ter)bewusstsein am Werk ist. Und ich frage mich, ob man nicht mal den ultimativen Anti-Yoga-Text schreiben müsste – das wär’ ein Aufreger.»

 

Und er hatte recht – es machen viele Frauen Yoga und es ist tatsächlich leicht, Aufsehen zu erregen, indem man ausspricht, was viele denken, aber nicht sagen. Zum Beispiel, dass Mütter arrogant sind. Oder dass Yoga eine organisierte Idiotie für verunsicherte Frauen ist. Man könnte sich darüber lustig machen, dass diese Frauen sich auf dem Wege der Mutterschaft irgendwie selbst abhanden gekommen sein müssen, weshalb sie sich nun im Selbstbedienungsladen dubioser östlicher Philosophien tummeln, in der Hoffnung, sich wieder zu finden, so wie wenn der Goof im Supermarkt verloren geht und dann irgend eine nette Dame über die Lautsprecher verkündet: Die Lara hat ihr Mami verloren, sie kann beim Kundenschalter abgeholt werden.

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Juni 16, 2010

Vor einiger Zeit verkündeten wir an dieser Stelle «Die Wahrheit über das männliche Gehirn» – worunter wir die Forschungsergebnisse der Berkeley-Professorin Louann Brizendine zusammenfassten, welche die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der Biologie ihrer Gehirne ortet. Doch ist Biologie wirklich das Königsmodell, um die Unterschiede zwischen Mann und Frau zu erklären?

 

Nein, behauptet die Neurobiologin Lise Eliot in ihrem neuen Buch «Pink Brain – Blue Brain» und grenzt sich damit insbesondere gegen Forscherinnen wie Brizendine und ihre Kolleginnen ab. Denn wohl gebe es angeborene Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Gehirnen, sagte Eliot, doch viele populärwissenschaftlichen Bücher würden diese krass überinterpretieren. Ausserdem griffen alle immer wieder auf dieselbe Studie von Simon Baron Cohen (ja, das ist der Bruder von Borat) zurück, deren Ergebnisse zweifelhaft und auch nicht wiederholt worden seien.

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März 06, 2010

wird auch im Welschland diskutiert. Mehr im Bericht von Le Temps.

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März 05, 2010

Kinder wollen es immer ganz genau wissen. Selbst wenn man es nicht so genau wissen kann. Zum Beispiel Sucht. Was es ist und wie wir sie davor bewahren sollen. Und ob man das überhaupt kann. Und so kam ich jüngst, als meine Kinder beim Anblick hohläugiger Junkies und rotgesichtiger Alkis am Bahnhof von mir wissen wollten, was Sucht ist, in Verlegenheit.

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März 04, 2010

Ich war noch jung und brauchte auch nicht besonders viel Geld, als ich dem Klischee erstmals ins Gesicht starrte. Es attackierte mich in Gestalt einer guten Freundin, kinderlos, überall dabei und über alles informiert. Ich war damals mit meinem zweiten Kind schwanger und teilte dies besagter Freundin mit. «Noch eins?» fragte sie mit süffisantem Grinsen. «Dann kommt als Nächstes bestimmt ein Auto, ein Haus und ein Hund.»

 

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März 02, 2010

Man kann es durchaus auch positiv sehen, so vom Lerneffekt her. Merke: 18 Jahre, fünf Millimeter, so die Daten, die wir dank der Aidshilfe Schweiz auf unserer neuronalen Festplatte abgespeichert haben. Ersteres umreisst die Dauer, die ein männliches Glied benötigt, um zu voller Länge heranzuwachsen. Letzteres, um wie viel der Umfang eines handelsüblichen Kondoms reduziert werden muss, um den Status eines «Kinderkondoms» zu erhalten, wie «20 Minuten» das neue Jugendkondom knackig auf den Punkt brachte.

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Januar 25, 2010

Als junge Mutter war ich fasziniert von der Vorstellung, wie sich vom Moment an, da Same und Eizelle zu einem Zellhaufen verschmelzen, mit unabänderlicher Konsequenz ein menschliches Bewusstsein entwickelt. Plötzlich ist es da, taucht irgendwo auf an der Schnellstrasse, die vom Embryo, der in utero mit seiner Mutter koexistiert, zum saugenden und schreienden Baby führt, zum brabbelnden und herumwankenden Dreikäsehoch, bis zum ernst in die Welt blickenden Kind, das alle Grundlagen des Verstandes hat und bereits die grossen Fragen der Menschheit stellt.

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Januar 20, 2010

Meine beste Freundin hat alles, was Frauen sich normalerweise so wünschen. Sie ist attraktiv. Sie hat ein Kind. Und sie ist single, wobei sie sich mit dem Kindesvater das Sorgerecht teilt. Drei Tage die Woche wohnt die Tochter bei ihr, zwei Tage beim Vater, die Wochenenden alternieren. Das lässt meiner Freundin viele Freiheiten. Perfekt, finde ich. Paradiesisch. Aber weil der Vertrag mit der Welt, gemeinhin Leben genannt, vornehmlich aus klein Gedrucktem besteht, hat meine Freundin auch ein Problem.

 

Nicht etwa, weil sie kurzsichtig wäre – denn dafür gibt es Brillen und auch Brillen stehen meiner wirklich bezaubernden Freundin ausgezeichnet – ganz im Gegenteil. Sie sieht fast schon zu klar, was ihre Situation betrifft. Aber lassen Sie mich kurz ausholen.

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Januar 19, 2010

Ein Glück gab es die Neunzigerjahre. Hätte es diese nicht gegeben, wäre ich vielleicht nie mit dem Dogma der Flexibilität in Berührung gekommen. Die Berührung entwickelte sich mit meiner Mutterschaft schnell zu einer Liebesbeziehung, die mir ermöglicht, auf vieles zu verzichten. Zum Beispiel auf Verzicht selbst. Schliesslich kann man auch als Mutter fast alles machen, solange man flexibel genug ist. Letztlich ist alles nur eine Frage der Interpretation.

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Januar 14, 2010

Als ich vergangenen Montag den «Blick am Abend» las, brüllte mich eine Schlagzeile mit Tinnitus-Effekt an: «Sieg der Schwerkraft» hiess ein Artikel, der sich Ladina Blumenthals Brüsten, beziehungsweise ihrer mangelnden Spannkraft beim Auftritt an den Swiss Awards widmete, aufgemacht mit einem Bild der Brust, die vom grünen, weit ausgeschnittenen Kleid auf die Rippen gedrückt wurde. Der Gegenstand der Erörterung war lila eingekreist und zur besseren Beurteilung durch den Leser vergrössert. Frau Blumenthals Hängebusen, so die Journalistin, sei das Gesprächsthema des Abends gewesen.

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Januar 12, 2010

Über Geschmack lässt sich nicht streiten, so heisst es, denn Geschmack ist eine persönliche und emotionale Frage, an der sachliche Argumente abprallen. Dennoch verliert sich alle Welt in Diskussionen darüber. Bei der Kinderfrage ist es ähnlich. Abhängig von den Variablen persönliche Geschichte, Umfeld, Partner und Zufall sind die Argumente dafür oder dagegen zahllos und meistens gruppieren sich ganze Glaubenssysteme darum. Doch letztlich sind Kinder ein Axiom, eine Setzung.

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Januar 07, 2010

Es geschah auf dem Heimweg von Freunden. Als es Zeit wurde zu gehen, sah die damals zweijährige Tochter das partout anders; zu jung sei der Abend noch, so meinte sie, die Puppen sollten noch ordentlich tanzen. Was auf dem Heimweg im Tram dann tanzte, waren unsere Nerven.

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Januar 05, 2010

Ich stricke einen Schal. Und denke dabei über Verstrickungen nach. Zum Beispiel die grundsätzlichste aller Verstrickungen, das Leben. Sie ist unabwendbar, da wir es alleine ja nicht schaffen und auf jene angewiesen sind, die uns lieben. Wenn man allerdings selber Kinder hat, zeigt sich diese Verstrickung nochmals von einer andern Seite. Die Kinder sind so eng mit uns verbunden, dass wir sie notwendig in alles hineinreissen, worin wir schwimmen. Auch in unsere Abgründe?

"Dont worry if we fall in Love, we will never touch the ground" heisst es in einem Lied, das ich gerade höre. Dann müssen wir nur noch fliegen lernen.

Januar 04, 2010

Mein Jahr begann mit einem Weckruf. Er erscholl in Form eines jämmerlichen Schluchzens aus dem Kinderzimmer. Dort sass meine Tochter auf dem Bett und fasste sich ans Herz, wo sie ein Stechen verspürt und aus dem Schlaf gerissen hatte. Und weil sie die Geschichte meines Vaters kennt, der auf einer Reise in Indien an einem Herzfehler gestorben ist, glaubte sie sich nun ebenfalls dem Ende nahe.

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Dezember 16, 2009

Es war eine harmlose kleine Frage. Aber wie das mit Fragen manchmal so ist, führte sie zu weiteren Fragen und brachte am Schluss fast das Haus zum Einsturz, das Haus der mentalen Stabilität meiner Schwester.

Was sich mein Neffe denn so zur Weihnacht wünsche, wollte ich wissen. Ihre Antwort war ein Stossseufzer der Stärke neun auf der Richterskala.

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Dezember 15, 2009

Zu den Pflichten einer Schwangeren gehört der Geburtsvorbereitungskurs, bei dem in der Schwangeren-Runde die Geheimnisse der Wehen-Beatmung gelüftet werden. So stelle ich es mir jedenfalls vor, denn ich habe nie einen besucht. Er fehlte mir auch nie. Was mir als Vorbereitung auf die Mutterschaft aber schmerzlich fehlte, war ein Kinder- Erste-Hilfe-Kurs.

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Dezember 10, 2009

Manche Leute behaupten, Kinderkriegen mache konservativ. Das mag sein oder auch nicht. In meinem Fall bewirkte das Familiendasein eher die Befürchtung, dass ich in gewissen Hinsichten nicht konservativ genug auftrete. Etwa wenn es um Fragen der Kleidung geht – beziehungsweise das gelegentliche Fehlen selbiger, wenn ich mich in der Wohung bewege.

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Dezember 08, 2009

Ich liebte Maurice Sendaks «Wo die wilden Kerle wohnen». Ich liebte es, wie der Held Max zu Hause herumtobt. Ich liebte, wie er stolz auf seinem Segelschiff in unbekannte Lande schippert und liebte, wie er die wilden Kerle niederstarrt. Jetzt erkenne ich darin meine eigenen Kinder wieder.

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Dezember 04, 2009

Ich mag es, wenn der Mann und die Tochter zusammen in die Stadt gehen, um Schuhe zu kaufen. Denn wohl habe ich selber eine Affinität für Schuhe, trotzdem bin ich nicht immer scharf auf Shopping. So war ich froh, als die beiden jüngst verkündeten, sie würden sich nach ein paar Winterstiefeln umsehen gehen. Noch froher war meine Tochter, als sie stolz ihre Beute in die Wohnung schleppte: hübsche, schwarze Lederstiefel. Hinterher schleppte sich mein Mann: auf dem Zahnfleisch. Erschöpft, als hätte er soeben einen neuen Speedrekord an der Eigernordwand erzielt, liess er sich auf einen Stuhl fallen und stiess klagende Laute aus. «Verdammtes Kinderschuhkartell», keuchte er. Ich musste mich auf ihn setzen und reanimierende Massnahmen ergreifen, um zu erfahren, was geschehen war.

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Dezember 01, 2009

 

 

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Michèle Binswanger am Dienstag den 1. Dezember 2009

Rezepte gegen Geschwisterzoff

 

Die Nachbarsbuben in unserem Haus sind grossartige Jungs. Aber manchmal geben sie es sich ganz schön. Zum Beispiel jüngst der Fall mit der Socke, die zum Stein des Anstosses wurde. Auf selbige beliebte es nämlich dem älteren Jungen, seinen Hintern zu platzieren. Das empfand der Jüngere als groben Affront und verlangte eine umgehende Entfernung des Hinterteils von der Socke, was wiederum für den älteren eine Zumutung schien.

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November 25, 2009

Es weihnachtet schon sehr – zum grossen Grauen vieler Zeitgenossen. Ja, im Dezember jagen sich die Traditionen: Adventssonntage, Samichlaus, Weihnachten, Silvester. Und stellen uns alljährlich vor die Frage: Warum tun wir uns diesen Stress eigentlich an? Darauf gibt es sicher viele Antworten. Zum Beispiel, weil man Kinder hat. Das ist ein guter Grund.

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November 24, 2009

Wenn die Tage kälter werden, ist dies das Fanal für Erkältungen, die Gehörgänge meines Sohnes zu belagern und schmerzhafte Attacken auf seine empfindlichen Mittelohren zu reiten. Dies führt dazu, dass er in dieser Zeit eine Standardantwort auf alle möglichen Fragen, Anwürfe oder Bitten hat. Sie lautet: «Was?»

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November 18, 2009

Kinder mögen Geschichten. Und Eltern mögen es, wenn ihre Kinder Geschmack beweisen, die kindlichen Vorlieben also mit denen der Eltern deckungsgleich sind. Nirgendwo ist das einfacher zu erreichen als in der Literatur. Im Gegensatz zur Musik oder zur Kunst, ist sie dem Kind nämlich nicht unmittelbar, sondern nur über einen Vorleser zugänglich, der natürlich zugleich die Qualitätskontrolle übernimmt.

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November 17, 2009

Sind Kinder eigentlich in der Lage, ernsthafte philosophische Gedanken zu fassen? Nein, so herrschte lange die eiserne Lehrmeinung. Ein Kindergehirn sei für ernsthaftes Denken über das Denken kognitiv zu wenig ausgereift, hiess es. Doch nicht einmal die Philosophie bleibt vom Zeitgeist unbeleckt und so liegt die sogenannte Kinderphilosophie heute im Trend. Da gibt es kinderphilosophische Fachtagungen, Kurse, und Seminare, wo Kinder und Fachpersonen sich gemeinsam den ganz grossen Fragen stellen.

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November 12, 2009

Ordnung ist ein dehnbarer Begriff. Das weiss jeder, der mit anderen Menschen, insbesondere Kindern zusammenlebt. Dehnbar wie das Gummitwist, der Slimey und all die Kaugummis, die zuweilen im Kinderzimmer herumliegen. Ordnungsfimmel gehört definitiv nicht zu meinen Neurosen, trotzdem gelingt es meinen Kindern mich diesbezüglich aus der Fassung zu bringen. Wenn es ums Aufräumen geht, erweisen sie sich als unglaublich renitent. Statt den Akt einfach zu vollziehen, inszenieren sie lieber ein aufwühlendes Drama darum, das Verweigerung, bitterliche Tränen und schliesslich zähneknirschendes Einlenken beinhaltet.

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November 11, 2009

Spielplätze sind ideale Bühnen für das Schauspiel menschlichen Verhaltens in all seinen faszinierenden Facetten. Nirgendwo lassen sich Kinder und ihre sozialen Interaktionen in freier Wildbahn besser beobachten.

 

Vergangenen Sommer etwa führte ich an einem hitzigen Tag eine Horde Nachbarskinder in den nahe gelegenen Stadtpark, um sie im dortigen Weiher abzukühlen. Das Wasser war ein einziges Gewimmel kindlicher Gliedmassen und meine Gefolgschaft diffundierte im Getümmel wie Wasserstoffmoleküle auf der Suche nach einer geeigneten chemischen Verbindung.

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November 05, 2009

Heute muss ich persönlich werden. Persönlicher geht es gar nicht. Denn heute will ich über den Tod schreiben. Das Kind meiner Freundin ist gestorben. Kein plötzliches Ereignis, es wurde erwartet. Es kam so schwer behindert zur Welt, dass lebensrettende Massnahmen von vornherein ausgeschlossen wurden. Was den Schmerz nicht mindert.

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November 04, 2009

Es scheint, als steuerten wir in Sachen Schweinegrippe langsam auf das Finale zu, bei dem der Bösewicht – die Grippe – sich das grandiose letzte Gefecht mit dem Helden liefert, in unserem Fall der Impfstoff, der im Eilverfahren entwickelt und flächendeckend bereitgestellt wurde. Nicht ohne dass die böse Grippe zuvor noch ein armes kleines Land wie die Ukraine in den Würgegriff genommen hat. Und nun hoffen wir alle, dass ein Happy End nicht ausbleibe.

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Oktober 28, 2009

Kinderaugen sind wie junge Katzen. Sie rennen allem nach und packen, was sie neugierig macht. Die Beobachtungen werden durchs Gehirn geschleust und spazieren als frischfröhliche Thesen durch den Mund wieder hinaus, um sich, ohne zuvor ein Über-Ich konsultiert zu haben, der Welt an die Brust zu werfen. Hiess es nicht mal, ehrlich währt am längsten? Kinder geben diesem Satz eine ganz neue Bedeutung....

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Oktober 27, 2009

Heute habe ich schlechte Laune. Kein schöner Charakterzug, aber ein ehrlicher. Jüngst teilte mir ein Freund mit, er sei wider Erwarten in Erwartung. Ich gratulierte, klatschte in die Hände, jubelte ihm die übliche Arie vor. Er aber argwöhnte, die kollektiv inszenierten Freude um die Elternschaft sei doch bloss eine Lebenslüge.

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Oktober 26, 2009

Dieser Blog-Eintrag ist für meine Freundin, die bald gebären muss und mich fragte, ob es wirklich so schlimm sei. Nun, nicht jede Geburt dauert 72 Stunden, ist eine Taxi-Sturzgeburt oder eine Plazenta-zieht-sich-nicht-zusammen-und-ich-wäre-fast-verblutet-Geburt. Leider aber, muss ich zugeben, sind auch konventionelle Geburten nichts für Weicheier....

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Oktober 21, 2009

Meine Freundin hat vor zwei Wochen ihr erstes Kind geboren. Die freudige Nachricht war zugleich eine traurige, denn ihr Kind leidet unter einem Chromosomenfehler, dem sogenannten Edward-Syndrom. Die meisten Kinder mit Edward-Syndrom sterben bei der Geburt oder in den ersten Lebensjahren...[mehr]

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Oktober 20, 2009

Die Erfahrung dürfte den wenigsten fremd sein. Man lebt so vor sich hin und sieht sich plötzlich von schwellenden Bäuchen umzingelt....

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Oktober 15, 2009

Karl Lagerfeld, nie um einen markigen Kommentar verlegen, hat mal wieder ein verbales Dumdumgeschoss abgefeuert. Und zwar gegen Mütter im Allgemeinen und dicke Mütter im Besonderen.[mehr]

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Oktober 12, 2009

Die stürzenden Temperaturen im Rücken, galoppiert sie wieder heran, die Saison der Viren, Bakterien und Keime, phänomenologisch angezeigt durch verschwenderisches Auftreten von Schleim, Eiter und Fieberschweiss, aus Poren, Nasen und Bronchien tropfend – und Freunden und Arbeitskollegen, die einer nach dem andern ins Bett fallen.

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September 30, 2009

Jeden Tag, wenn ich meine Tochter anschaue, fühle ich mich versucht, ihre Schönheit zu besingen. Und jeden Tag, wenn ich meinem Sohn dabei zuschaue, wie er mit seinen Dinosauriern im Sturzflug durch die Wohnung brettert, Welten erstehen lässt, sie zerstört und mit der Selbstvergessenheit eines Göttervaters wieder aufbaut, muss ich den in meiner Brust jubilierenden und zu Preisungen ansetzenden Mutterstolz niederwerfen und knebeln.[mehr]

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September 29, 2009

Liebe Grosseltern da draussen, dieser Blogeintrag ist für euch. Woche für Woche, Jahr für Jahr nehmt ihr euch Zeit, eure Enkelkinder zu hüten, an ganz normalen Wochentagen und in den Schulferien, wenn die Eltern in den Stollen müssen. Ihr übernehmt Hütedienste am Abend und nehmt die Kinder am Wochenende zu euch, damit wir gestressten Mamis und Papis unsere Beziehung pflegen können...

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September 23, 2009

Vergangenes Wochenende war es mal wieder so weit. Das Chaos suchte mich heim, in Form der ganz normalen Unglücksfälle und Katastrophen, die ein Familienleben so mit sich bringt. Zuerst liess ich mich zu einem spontanen Möbelkauf verleiten, den mein Mann aber nur bedingt toll fand, weil unser Keller jetzt schon von abgelegter Ware überquillt....

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September 23, 2009

Seit das neue Schuljahr angebrochen ist, hat meine Tochter einen Grund weniger, den Schulunterricht anzubeten. Ein sozusagen gottgewollter Grund. Denn seit August steht auf ihrem Stundenplan eine zusätzliche Stunde Religion. Zu Lasten einer ihrer geliebten Musikstunden.

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September 20, 2009

Die meisten Mütter hegen den heimlichen Wunsch, die beste aller möglichen, eine eigentliche Traummutter zu sein. Denn in der Nachbarschaft gibt es immer eine andere, die scheinbar besser organisiert, ausgeglichener und überhaupt viel engagierter ist. Erstaunlicherweise bringen auch gewagteste Forschungsexpeditionen zu näheren und ferneren Bekannten nie zweifelsfrei anerkannte Exemplare von Traummüttern zutage.

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