Juni 30, 2010

Eigentlich sollte das männliche Geschlecht sich ja im Hoch befinden – Fussballweltmeisterschaft, Bier à gogo, sommerliche Temperaturen und entsprechend leicht gewandete Frauen auf den Strassen. Aber jüngst wurde ich beim Durchblättern eines Magazins mit der erschütternden Tatsache konfrontiert, dass dieser Schein trügt. Es geht dem Mann im Allgemeinen, also dem Mann an sich, nicht gut. Um nicht zu sagen: ganz schlecht.

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Juni 17, 2010

Immer auf der Suche nach Themen, sprach ich jüngst mit einem Freund, der mit folgendem Vorschlag ankam: «Es scheint», sagte er, «unter Frauen so eine Art Yoga-Wahn zu geben. Ich frage mich, ob da so ein kollektives weibliches Un(ter)bewusstsein am Werk ist. Und ich frage mich, ob man nicht mal den ultimativen Anti-Yoga-Text schreiben müsste – das wär’ ein Aufreger.»

 

Und er hatte recht – es machen viele Frauen Yoga und es ist tatsächlich leicht, Aufsehen zu erregen, indem man ausspricht, was viele denken, aber nicht sagen. Zum Beispiel, dass Mütter arrogant sind. Oder dass Yoga eine organisierte Idiotie für verunsicherte Frauen ist. Man könnte sich darüber lustig machen, dass diese Frauen sich auf dem Wege der Mutterschaft irgendwie selbst abhanden gekommen sein müssen, weshalb sie sich nun im Selbstbedienungsladen dubioser östlicher Philosophien tummeln, in der Hoffnung, sich wieder zu finden, so wie wenn der Goof im Supermarkt verloren geht und dann irgend eine nette Dame über die Lautsprecher verkündet: Die Lara hat ihr Mami verloren, sie kann beim Kundenschalter abgeholt werden.

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Juni 16, 2010

Vor einiger Zeit verkündeten wir an dieser Stelle «Die Wahrheit über das männliche Gehirn» – worunter wir die Forschungsergebnisse der Berkeley-Professorin Louann Brizendine zusammenfassten, welche die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der Biologie ihrer Gehirne ortet. Doch ist Biologie wirklich das Königsmodell, um die Unterschiede zwischen Mann und Frau zu erklären?

 

Nein, behauptet die Neurobiologin Lise Eliot in ihrem neuen Buch «Pink Brain – Blue Brain» und grenzt sich damit insbesondere gegen Forscherinnen wie Brizendine und ihre Kolleginnen ab. Denn wohl gebe es angeborene Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Gehirnen, sagte Eliot, doch viele populärwissenschaftlichen Bücher würden diese krass überinterpretieren. Ausserdem griffen alle immer wieder auf dieselbe Studie von Simon Baron Cohen (ja, das ist der Bruder von Borat) zurück, deren Ergebnisse zweifelhaft und auch nicht wiederholt worden seien.

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