Dezember 18, 2010

Auch wenn die Neunzigerjahre längst vorbei sind, gibt es ab und zu diese «Sex and the City»-Momente. Oder vielleicht eher «Sex and the Province». Oder eben «Desperate Housewives». Ich sass mit Freundinnen zusammen in der Küche und wir sprachen über Sex. «Ich weiss nicht, wie mir das passieren konnte», sagte Freundin A. «Seit ich Mutter geworden bin, hat sich zwischen uns ein Lust-Gefälle aufgetan, das es so vorher nicht gab. Je mehr er mir auf der Pelle rückt, desto mehr ziehe ich mich zurück. Und wenn ich es ab und zu doch versuche, arbeitet er sich auf mir ab, während ich darüber nachdenke, was ich zum Essen kochen werde. Meine erogenste Zone ist im Moment der Abfalleimer – zumindest, wenn er ihn abends runterbringt.»

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Dezember 16, 2010

Michèle Binswanger und Nicole Althaus, Autorinnen des Mamablogs der Online-Plattform Newsnetz, sind zu den Journalistinnen des Jahres gewählt worden. Sie gewannen die Publikumswahl des Branchenblattes «Schweizer Journalist».

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Dezember 14, 2010

Als der Blick vergangene Woche Dominique C. (64), die ältesten Mutter der Schweiz auf die Titelseite brachte, gingen die Emotionen erwartungsgemäss hoch. Reporter interviewten Fortpflanzungsmediziner und Juristen zum Thema, Chefredaktoren schrieben Kommentare und Zeitungsleser deponierten ihre Meinung dazu in Online-Threads und Leserbriefen.

 

Vergangenen Freitag dann erfuhr ich, dass der «Club» des Schweizer Fernsehens sich am kommenden Dienstag ebenfalls dem Thema widmen würde und begann mich zu fragen, warum diese Geschichte auf so breite Resonanz stösst. Natürlich sind solche Meldungen ähnlich aufsehenerregend wie zum Beispiel eine Hai-Attacke in einem Touristen-Tauchgebiet – und gleichzeitig sind es krasse Einzelereignisse, die für das Gros der Bevölkerung völlig irrelevant scheinen.

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Dezember 14, 2010

Rhetorik gilt noch immer als gefährliches Manipulationsinstrument – zu Recht. Die simplen Redetricks, die beispielsweise Hitler anwandte, verfehlen nämlich auch heute ihre Wirkung nicht.

 

Rhetorik ist Macht und als solche kann sie nicht ohne Ethik gedacht werden, das war schon von alters her klar. Die Möglichkeit zum Missbrauch spreche allerdings nicht gegen die Redekunst, meinte Aristoteles, die schliesslich bloss eine Technik und als solche wertneutral sei. Es ist also erst der Einsatz der Rhetorik, ihr Zweck, der die «schwarze» von der «weissen» Rhetorik unterscheidet.

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Dezember 14, 2010

Der Erfolg von Politikern verdankt sich meist der richtigen Rhetorik. Aber was ist gute Rhetorik? Und wer ist der beste Schweizer Redner und Debattierer?

 

Vergangene Woche kreuzten SP-Jungspund Cédric Wermuth und «Weltwoche»-Verleger Köppel auf Tele Züri die Klingen, ein Wortgefecht, aus dem viele Wermuth als rhetorischen Sieger hervorgehen sahen. Bezüglich medialer Aufmerksamkeit war er das mit Sicherheit. Alle redeten über den Chef der Jungsozialisten, und vergangenen Sonntag wurde er mit einem Auftritt bei Viktor Giacobbo geehrt. Aber hat Wermuth tatsächlich den rhetorischen Sieg davongetragen? Hatte er wirklich so viel bessere Argumente als Köppel? Und was heisst eigentlich in diesem Zusammenhang rhetorisch?

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Dezember 14, 2010

Und die Erde dreht sich, und so ist es wieder Herbst geworden, und die Schulen haben geschlossen, und ich sitze mit meinem Mann und meiner Tochter und meinem Sohn im Haus am See, das einst mein Vater gekauft hat. Wir essen gebratene Eier mit Speck und draussen ist es kalt, drinnen warm und der Sohn sagt: Jetzt haben wir aber brutal Ferien.

 

Nun, ganz so brutal ist es nicht, aber auch nicht so, dass wir die Seele baumeln lassen könnten, dafür ist der Wind am See einfach zu stark, auch wenn man die Seele natürlich eher in der Zeit als im Wind baumeln lässt. Die Kinder bauen eine Hütte, wie ich das einst hier getan habe und sammeln Brombeeren. Wir Erwachsenen mähen den Rasen und schneiden die Hecke und denken darüber nach, wie die Ernte ausgefallen ist und wie der Winter werden wird.

 

 

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Dezember 09, 2010

Heute geht es um einen Mann, der irgendwann aus dem bürgerlichen Leben ausstieg, sich Cloud Rock nannte, einen Sohn bekam und ihn auf den Namen Ganja taufte. Für alle, die nie Bob Marley gehört haben: Das bedeutet Marihuana. Oder eigentlich geht es um einen Film über diesen Mann, gedreht von eben diesem Sohn, der sich inzwischen einen neuen Namen gegeben hat, Kaleo LaBelle heisst und in der Schweiz lebt und Filmemacher ist. «Er nannte mich nach dem Stoff, der ihm am meisten bedeutete», sagt Kaleo heute. Der Film über seinen Vater heisst «Beyond this Place» und ist ein Porträt dieses «Hippie-Generals ohne Truppe». Aber nicht nur.

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Dezember 08, 2010

Wie Sie vielleicht bemerkt haben, ist Mittwoch der Tag der Entspannung im Mamablog. Am Mittwoch müssen Erziehung und Politik, Patriarchat und Feminismus Platz machen für leichtere Kost. Im heutigen Fall, sehr leichte Kost. Die dafür aber heiss serviert wird, sehr heiss. Denn wenn es draussen kalt und garstig ist, sollen Mann und Frau sich zu Hause unter die Bettdecke kuscheln, so geht eine im kollektiven Unterbewussten der Lifestylemagazine verankerte Wahrheit.

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Dezember 07, 2010

Es überkam mich am helllichten Tag und ich war überhaupt nicht darauf vorbereitet. Nach einer meiner Aufforderungen, nun endlich ihr Zimmer in Ordnung zu bringen, machte mir die Tochter den Gandhi, schaltete auf passiven Widerstand, lümmelte herum, ging mir aus dem Weg und ignorierte meine Appelle. Also stellte ich sie. Ich holte Luft und verabschiedete mich innerlich schon von meiner sorgfältig gehegten Ruhe, die ich auf dem Altar der Autorität zu opfern gedachte, um etwas rumzubrüllen. Aber ich wurde nicht laut. Stattdessen sagte ich: «Nun gut, du willst dein Zimmer nicht aufräumen? Das werde ich heute Abend deinem Vater sagen.» Und hopp, schon sprang das Töchterchen auf wie ein Popcorn, hüpfte ins Zimmer und kam ihrer Pflicht nach.

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