Im Jahr 2005 bekannte die Schriftstellerin Ayelet Waldman in der «New York Times», dass sie keine gute Mutter ist. Dass es Dinge gebe, die sie mehr liebe als ihre vier Kinder. Zum Bespiel ihren Mann, der zwar kein Ding ist, aber der Punkt war klar. In den Leserbriefspalten und in den Niederungen der Blog-Kommentarstränge der Zeitung wurde Waldman beschimpft und mit Hohn und Spott übergossen. «Gute-Mütter-Terror» nennt Waldman diese Hetzjagd auf die sogenannten bösen Mütter, die nicht nur die Boulevardpresse betreibt, sondern auch die ganz normalen Mütter da draussen. Waldman fragte nach den soziopolitischen Grundlagen dieser modernen Fixierung auf mütterliches Versagen, welche enttäuschenderweise nicht vom bösen Patriarchat, sondern zumeist von Frauen und Müttern selbst ausgeht. Und weil sie ähnliche Mechanismen auch an sich selbst schon beobachtet hatte, setzte sie sich hin, dachte darüber nach und sammelte Material für ein ganzes Buch zusammen, das sie treffend mit «Böse Mütter» betitelte und das nun endlich auch auf Deutsch vorliegt.

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